Erfolgreiche Wohnprojekte

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Stand 19.11.2009

 

 

 

 

Der folgende Text wurde für eine Broschüre über Autofreies Wohnen geschrieben und fasst in knapper Form die Erfahrungen eines langjährigen und erfolgreichen Planungsprozesses zusammen. Ich stehe für Vorträge, Supervision, Gruppenbetreuung etc. in diesem Bereich gerne auf Honorarbasis zur Verfügung.

Erfolgreiche Wohnprojekte:

Was zeichnet funktionierende Gruppen aus?

Die folgenden Thesen beziehen sich auf meine Erfahrungen in einer Doppelfunktion: Ich arbeite als Diplom-Psychologe mit der Spezialisierung auf den Bereich Verkehrspsychologie und war als Bewohner mit beteiligt an der Planung des Wohnprojektes Saarlandstraße in Hamburg. Wenn ich versuche, meine Erfahrungen mit der langjährigen und wechselvollen Geschichte des Projektes und seiner Untergruppen zu verallgemeinern, so glaube ich, daß für selbstorganisierte Wohnprojekte folgende Leitlinien wichtig sind:

  • Die Gruppe der zukünftigen Bewohner ist das wichtigste Instrument in diesem Planungsprozeß. Geht sorgsam mit ihr und ihren Mitgliedern um und verwendet genau soviel Mühe auf die Entwicklung der Gruppe wie auf die technische Planung.
  • Baut erst Entscheidungsstrukturen auf, bevor ihr entscheidet. Es muß klar sein, wie diese Gruppe Entscheidungen trifft (wer gehört abstimmungsberechtigt dazu, wie verbindlich sind Entscheidungen für alle, wie sehen Mehrheiten aus, welche Entscheidungen müssen schriftlich formuliert werden), bevor Konflikte entschieden werden können.
  • Sorgt dafür, daß ihr den Entscheidungsträgern der Gruppe vertrauen könnt, aber tut es dann auch. Ihr seid darauf angewiesen, daß die Führungsgruppe (und eine solche wird es - formell oder informell – immer geben) integer ist, Entscheidungen für die gesamte Gruppe und nicht für Einzelne trifft. Dann vertraut aber auch bei schwierigen Fragen den Vorschlägen eurer Leiter oder Fachleute und verschleißt sie nicht durch Endlos-Diskussionen.
  • Respektiert die Verschiedenartigkeit der Menschen in eurer Gruppe, aber fordert auch Verbindlichkeit von Beschlüssen. Eine Gruppe, in der alle der gleichen Meinung sind, ist langweilig, eine, in der jeder eine andere Meinung durchsetzen will, ist handlungsunfähig.
  • Holt Euch Spezialisten für alle möglichen Fragen (Finanzberater, Architekten, Rechtsanwälte, Projektentwickler ö.ä.) – aber habt den Mut, eigene Entscheidungen zu treffen, auch Experten widersprechen sich häufig – und ihr wollt später dort wohnen.
  • Wählt Euch eine funktionsfähige Leitung: 3-5 Personen, es sollten möglichst unterschiedliche Untergruppen der zukünftigen Bewohner vertreten sein (Junge/Alte, mit/ohne Kinder, Alleinstehende/Familien etc.), es sollten unterschiedliche Persönlichkeiten vertreten sein (grob gesprochen braucht ihr jemanden, der/die sehr genau und sorgfältig ist, jemand, der/die schwierige Entscheidungen durchsetzen kann und jemanden, der/die für eine gute Gruppenatmosphäre sorgt –als Minimum).
  • Richtet Euch auf eine schwierige Zeit ein, es wird Konflikte, Verzögerungen, Wechsel, Probleme mit den Behörden geben, Streit innerhalb und außerhalb und Ihr werdet furchtbar viel Zeit in das Projekt stecken. Ihr braucht einen langen Atem, aber es lohnt sich: später mit Leuten zusammen zu leben, mit denen man gemeinsam geplant, gestritten und Erfolge erkämpft hat, gibt eine unvergleichliche Wohnatmosphäre, die man nirgends kaufen kann.

Dipl.-Psych. Jörg-Michael Sohn

 

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Copyright © 2009 Verkehrspsychologische Praxis Dipl.-Psych. Jörg-Michael Sohn, Saarlandstr. 6 a, 22303 Hamburg, Tel.: 040-56008008. Stand: 19. November 2009