Falsche Annahmen

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Stand 19.11.2009

 

 

 

 

Viele betroffene Kraftfahrer haben falsche Vermutungen über die MPU. Einige davon mit den entsprechenden Richtigstellungen:

Das ist ein "Idioten"-Test, ich bin kein Idiot - also kann mir nichts passieren.

Geprüft wird weder Intelligenz, noch Wissen, sondern überprüft wird, ob unter Berücksichtigung Ihrer Vorgeschichte, der Führerscheinakte, Ihren Untersuchungsergebnissen und vor allem Ihren Antworten über die Aufarbeitung ihrer Auffälligkeiten, Ihres jetzigen Standes und Ihrer Vorsätze eine positive Prognose möglich ist.

Im ersten Anlauf fallen ohnehin 90% durch, da kann man nichts machen.

Über alle Jahr und über alle Teilgruppen gemittelt erreichen etwa 40% auf Anhieb ein positives Gutachten, 20% bekommen eine Nachschulungsempfehlung und 40% bekommen ein negatives Gutachten - alle anderen Zahlen sind Panikmache! Aktuelle Zahlen finden Sie hier

Wenn ich in allen Tests gut abschneide, kann mir nichts passieren.

Leistungstest spielen eine zunehmend geringere Rolle, da sich gezeigt hat, dass sie wenig für die Vorhersage taugen, ob sich ein Kraftfahrer im Straßenverkehr bewähren wird.

Wenn meine Leberwerte in Ordnung sind, bekomme ich meinen Führerschein sicher zurück.

Da bei 20-25% der Alkoholiker/der Personen mit überhöhten Alkoholkonsum die Leberwerte (zumindest am Anfang einer "Säuferkarriere") im Normbereich liegen und auch erhöhte Werte sich in der Regel innerhalb weniger Wochen normalisieren, sprechen (so ungerecht es sich anhört) erhöhte Werte zwar in der Regel gegen Sie, niedrige sind aber bestenfalls ein Baustein für Ihre Glaubwürdigkeit, aber kein Beweis, dass Sie nichts mehr trinken - geschweige denn ein Beweis, dass Sie nicht wieder trinken werden.

Ich muss sagen, dass ich Alkoholiker bin/Ich darf auf keinen Fall sagen, dass ich Alkoholiker bin.

Es gibt keine "richtigen" Antworten. Wenn Sie Alkoholiker sind, geben Sie dies offen zu, unternehmen Sie die entsprechenden Schritte und sie werden eine gute Chance haben, nach Ablauf eines Jahres Ihre Fahrerlaubnis wiederzubekommen.

Ich muss sagen, dass ich nie wieder Alkohol trinke.

Wenn Sie kein Alkoholiker sind und sich entschlossen haben, in Zukunft sehr vorsichtig mit Alkohol umzugehen, dann stehen Sie dazu, informieren Sie sich, trainieren Sie das Einhalten von Grenzen und beobachten sich selbstkritisch - auch dann haben Sie eine gute Chance.

Ob ich durchfalle, hängt davon ab, ob ich dem Gutachter sympathisch bin.

Ein Teil der Ausbildung von Diplom-Psychologen besteht darin, sich sehr genau mit den eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen und immer wieder zu überprüfen, ob Einschätzungen von anderen nicht mehr von eigenen Erfahrungen als dem Gegenüber geprägt werden. Gutachten werden der eigenen Sympathie oder Antipathie gegenüber also sehr selbstkritisch reagieren und ein guter Gutachter wird eine Begutachtung abbrechen, wenn er den Eindruck hat, dass er nicht neutral und objektiv begutachten kann.

Die Gutachter stellen mir Fallen, ich muss immer auf der Hut sein.

Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Gutachtern, dass praktisch alle lieber positive als negative Gutachten schreiben. Sie freuen sich eher, dass jemand aus seinen Fehlern gelernt hat, sich geändert hat, realistische Vorsätze entwickelt hat. Kein Gutachter verweigert Ihnen gern oder gar mit sarkastischer Freude die Fahrerlaubnis, er tut dies nur, wenn er bei Abwägen aller Informationen davon ausgehen muss, dass Ihrer Rückfallwahrscheinlichkeit noch zu hoch ist. Je mehr Informationen Sie dem Gutachter geben, desto besser kann er seine Arbeit tun!

Die ganze MPU ist nur eine Abzocke.

Noch vor 2-3 Jahren hätte hier eine klare Zurückweisung gestanden. Leider haben tatsächlich im Begutachtungsbereich wirtschaftliche Interessen einen immer größeren Stellenwert bekommen, fachliche Gesichtspunkte rücken gegenüber den ökonomischen in den Hintergrund, Träger propagieren selbst Maßnahmen, die sie noch vor einigen Jahren als unseriöse Testvorbereitung bezeichnet hätten, Zuweisungskriterien für Maßnahmen ohne Rechtsfolgen sind eher Organisationsnähe, weniger fachliche Gesichtspunkte. Umso vorsichtiger sollten Sie bei Angeboten "alles aus einer Hand sein", da hier offenbar eine enge Verquickung von Beratung und Begutachtung selbst propagiert wird. Seriöse Begutachtungsstellen empfehlen verschiedene Maßnahmen, nicht nur die aus eigenem Haus.

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Copyright © 2009 Verkehrspsychologische Praxis Dipl.-Psych. Jörg-Michael Sohn, Saarlandstr. 6 a, 22303 Hamburg, Tel.: 040-56008008. Stand: 19. November 2009