Vortrag Zukunftsrat

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Stand 19.11.2009

 

 

 

 

Der folgende Vortrag wurde auf der 6. Sitzung des Zukunftsrates Hamburg am 13.02.98 gehalten. Der Zukunftsrat beschloß, den Koordinations-Ausschuß zu beauftragen, dieses Projekt zu unterstützen.

Kurzvorstellung Projekt Hoheluft-Ost

Text des Kurzvortrages - es gilt das gesprochene Wort

Guten Tag,

mein Name ist Christine Reumschüssel. Ich möchte Ihnen die Arbeit der Projektgruppe Hoheluft-Ost vorstellen.

Vorstellung der Gruppe

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe kennen sich aus der Projektentwicklung und Realisierung des autofreien Wohnens in der Saarlandstraße. In der Arbeitsgruppe arbeiten Personen mit unterschiedlichen Qualifikationen und aus unterschiedlichen Einrichtungen zusammen - Architektin, Stadtplaner, Verkehrspsychologe, Vertreter von StattAuto, Stattbau (alternativer Baubetreuer), Robin Wood. Es findet ein reger Ideen- und Informationsaustausch statt, in die Konzeptentwicklung fließen unterschiedliche Erfahrungen aus den unterschiedlichen Tätigkeiten ein.

Die Arbeitsgruppe sieht ihre Aufgabe darin, die wesentlichen Aspekte der Agenda 21 - und hier insbesondere die im Kapitel 7 : Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung und Kapitel 9 : Schutz der Erdatmosphäre genannten Ziele und Maßnahmen - in die Planung und Realisierung der neuen Bebauung der Falkenrieder Fahrwerkstätten einzubringen.

Warum Hoheluft?

Am Plan Gelände zeigen (Folie)

Grundstücksgröße: 50.000 qm

zu errichtende Bruttogeschoßfläche: 70.000 qm, davon 20 % Gewerbe und 80 % Wohnungsbau

Die Größe und zentrale Lage des Grundstückes bieten eine gute Voraussetzung für die Entstehung eines im Sinne der Agenda 21 vorbildlichen neuen Stadtteils. Die attraktive Lage in einem attraktiven Teil der Stadt bietet die Chance, die Themen der Agenda 21 ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu rücken, und hier Zeichen für eine Veränderung in der Stadtentwicklung Hamburgs zu setzen.

Ich möchte nun die wesentlichen Ziele der Agenda 21 für eine nachhaltige Stadtentwicklung, für das Grundstück konkretisieren.

Auf den Folien im Hintergrund, finden Sie die einzelnen Themen stichpunktartig aufgeführt. Wir haben diese Folien kopiert, Sie können sich die Kopien gerne mitnehmen.

1. Ein grundsätzliches Ziel der Agenda 21 - umweltverträgliche Raumplanung und Flächennutzung - erfüllt das Grundstück quasi "von Haus aus". Die Wiedernutzung eines ehemaligen gewerblich genutzten Grundstückes innerhalb der Stadt trägt zur Reduzierung des Flächenverbrauches ökologisch hochwertiger Flächen am Rande der Stadt bei.

Die Erhaltung von Teilen der vorhandenen Bebauung entspricht zum einen dem ökologischen Gedanken des Recycling von Gebäuden, zum anderen bleibt die bisherige Nutzung des Geländes und die besondere Bedeutung dieses Gebietes für die Stadtentwicklung dieses Teiles von Hamburg erkennbar.

2. Die Förderung umweltverträglicher Energieversorgungssysteme - Reduzierung des CO2-Ausstoßes

Für den neuen Stadtteil Hoheluft-Ost besteht die Möglichkeit einer zentralen Energieversorgung aller Gebäude - Anschluß an die Fernwärme oder Errichtung eines oder mehrerer BHKW's mit Nahwärmeleitungen auf dem Grundstück.

3. Förderung eines umweltverträglichen Bauens

Wir haben die wesentlichen Punkte, die zur Realisierung von umweltverträglichem und energiesparendem Bauen beitragen, hier aufgelistet.

Die Errichtung von Geschoßwohnungsbauten in Niedrigenergiebauweise ist heutzutage ohne Mehrkosten zu realisieren, was in vielen Projekten - auch in Hamburg - bereits nachgewiesen wurde. Wichtig erscheint uns in diesem Zusammenhang die Einführung eines Technischen Qualitäts-Managements zur Sicherstellung der Realisierung der energetischen Vorgaben bei Planung und Bau der Häuser.

Spannend wäre auch die modellhafte Realisierung von Passivhäusern im Geschoßwohnungsbau.

Ebenso wichtig ist die Bewohnerberatung zum richtigen Wohnen in einem Niedrigenergiehaus bzw. Passivhaus.

4. Förderung umweltverträglicher Verkehrssysteme - CO2-Reduzierung

Hier liegt eine der wesentlichen Entwicklungschancen des Gebietes.

Die hervorragende Anbindung an das Nahverkehrssystem, die sehr gut fußläufig erreichbare Infrastruktur des umgebenden Stadtteils auf der einen Seite, der enorme Flächenverbrauch für den fahrenden und ruhenden privaten PKW-Verkehr auf der anderen Seite prädestinieren dieses Gebiet für die Realisierung von einem Pilotprojekt "autoarmes Wohnen", zumal bei einer gewollten verdichteten Bebauung Flächen für Autos auf dem Grundstück nur schwer zur Verfügung zu stellen sind. Ein von Anfang an als autoarm geplantes Quartier dieser Größenordnung im innerstädtischen Bereich wäre das

das erste in der Bundesrepublik in dieser Größenordnung. Sicherlich ist es heutzutage noch ein weiter Weg, Wohnungserwerber und Mieter (und damit auch Investoren und Eigentümer) für die Abschaffung des privaten PKW zu begeistern. Wir haben einige Ideen gesammelt, wie dieser Weg beschritten werden könnte (Folie). In dieser Hinsicht könnte der neue Stadtteil auch Anstöße für Veränderungen im umliegenden Stadtteil geben - autofreies Wohnen im Bestand sei hier als Stichwort genannt.

5. Verbesserung des Siedlungswesens - Förderung der Sozialstruktur und des Umweltbewußtseins

Die Planung des unmittelbaren Wohnumfeldes und der Wohnungen im neuen Stadtteil Hoheluft-Ost sollte die Anforderungen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und Altersgruppen berücksichtigen. Dabei ist auf eine frühzeitige Einbeziehung potentieller NutzerInnen zu achten. Dies könnte auch bedeuten, vorhandene oder im Entstehen begriffende Wohnprojekte frühzeitig anzusprechen.

Die städtebaulichen Vorgaben für die Bebauung des Grundstückes sollten in Abstimmung mit Stadtverwaltung, Investoren, Bewohner-Stellvertretern und Fachleuten unterschiedlicher Fachrichtungen entwickelt werden. Soziale und kulturelle Infrastruktur ist in enger Abstimmung mit dem Bedarf und Angebot des umgebenden Stadtteils zu entwickeln. Hierbei sind sicherlich im Umfeld ansässige Einrichtungen, Kirchengemeinden etc. kompetente Gesprächspartner und Mitplanende.

Wie Sie sicher schon bemerkt haben, stellt keine der hier genannten Maßnahmen für sich genommen eine große Neuerung dar. Das Neue - und sicherlich nicht ganz einfach Machbare - besteht eher darin, diese Maßnahmen in einem Projekt sinnvoll miteinander zu verknüpfen. In einem Projekt, das unter "ganz normalen" Bedingungen des Marktes von privaten Investoren und Projektentwicklern realisiert und vermarktet wird.

Aber in der Agenda 21 geht es ausdrücklich darum, unser tägliches Tun und Wirtschaften unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu betreiben. Das Projekt Hoheluft-Ost kann unserer Meinung nach zeigen, daß dies schon heute für die privaten und öffentlichen Träger der Stadtentwicklung möglich ist.

Stand der Dinge

Sommer 97: HHA bietet das Grundstück zum Verkauf an, in der Ausschreibung sind über die oben genannten Grundstücksdaten hinaus keine qualitativen städtebaulichen Vorgaben enthalten, das Grundstück soll meistbietend verkauft werden.

Ende 97 Ist die Anhandgabe an einen Hamburger Investoren erfolgt.

Weiteres Vorgehen

Wir haben einige Vorschläge für die weitere Entwicklung des Projektes aufgestellt (Folie).

Eine offizielle Anerkennung des Projektes Hoheluft-Ost durch die Stadt Hamburg und die beteiligten Investoren wäre sicherlich die beste Voraussetzung, um eine Realisierung im oben skizzierten Sinne zu gewährleisten.

Im Rahmen der anstehenden städtebaulichen Planungen, Erstellung des B-Planes, besteht die Möglichkeit, Festsetzungen im Sinne der Agenda 21 zu treffen.

Für den weiteren Planungsprozeß wären Konzepte für Bürger- Beteiligung und Öffentlichkeitsarbeit zu entwickeln.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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Copyright © 2009 Verkehrspsychologische Praxis Dipl.-Psych. Jörg-Michael Sohn, Saarlandstr. 6 a, 22303 Hamburg, Tel.: 040-56008008. Stand: 19. November 2009